Koranweg
Regelgruppe

Madd مَدّ

Verlängerung eines Vokals um eine definierte Anzahl Zählzeiten (Ḥarakāt).

Hörbeispiel

0:00 / 0:03

قَالَqāla

Natürliche Verlängerung über exakt 2 Ḥarakāt.

Hörbeispiel

0:00 / 0:05

جَاءَjāʾa

Verlängerung über 4–5 Ḥarakāt (Ḥafṣ-Standard).

قَالُوا
qālū: „sie sagten"

Madd bezeichnet im Tajweed das Verlängern eines langen Vokals (Alif, Wāw, Yāʾ) über die normale Dauer hinaus. Man unterscheidet zwischen Madd Aṣlī (natürlich, 2 Ḥarakāt) und Madd Farʿī (sekundär, 2–6 Ḥarakāt, abhängig von Ursache wie Hamza oder Sukūn).

Die korrekten Madd-Längen entscheiden über die Tempogestaltung der gesamten Rezitation.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Madd ist kein Einzelbegriff, sondern eine ganze Regelgruppe. Der Grundtyp Madd Aṣlī (auch Madd Ṭabīʿī genannt) tritt ohne äußere Ursache auf und bildet mit 2 Ḥarakāt die Basis. Sobald eine Hamza oder ein Sukūn hinzukommt, entsteht Madd Farʿī mit eigenen Unterarten: Madd Muttasil und Madd Munfasil (ausgelöst durch Hamza) sowie Madd Lāzim und Madd ʿĀriḍ li-s-Sukūn (ausgelöst durch Sukūn). Jede Unterart hat ihre eigene, feste oder flexible Länge zwischen 2 und 6 Ḥarakāt.

Anders als Ghunnah, die eine Eigenschaft bestimmter Buchstaben ist, betrifft Madd ausschließlich die drei Vokalbuchstaben und ihre Dehnung. Eine falsche Madd-Länge kann, anders als viele andere Tajweed-Feinheiten, tatsächlich die Bedeutung eines Wortes verändern.

Häufige Fragen

Wie lang ist ein Madd Aṣlī?

Immer genau 2 Ḥarakāt. Das ist der natürliche Grundwert, unabhängig vom Kontext, wie im Beispiel قَالُوا.

Welche drei Buchstaben können einen Madd bilden?

Alif (ا) nach Fatḥa, Wāw (و) nach Ḍamma und Yāʾ (ي) nach Kasra. Ohne den passenden vorausgehenden Kurzvokal liegt kein Madd vor, selbst wenn der Buchstabe geschrieben steht.

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