Koranweg
Diakritikon

Tanwīn تَنْوِين

Doppelvokal am Wortende, der klanglich einem auslautenden Nūn entspricht.

عَلِيمًا حَكِيمًا
ʿalīman ḥakīman: „allwissend, allweise"

Tanwīn ist die Verdoppelung eines kurzen Vokals am Wortende (Fatha-Tanwīn ـً, Kasra-Tanwīn ـٍ, Damma-Tanwīn ـٌ). Phonetisch entspricht es einem auslautenden n, daher behandeln viele Tajweed-Regeln Nūn Sākinah und Tanwīn identisch.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Der wichtigste Unterschied zur Nūn Sākinah (dem Sukūn auf einem ن): Tanwīn erscheint ausschließlich am Wortende und nur bei bestimmten grammatikalischen Formen (meist unbestimmte Nomen), während Nūn Sākinah an jeder Position im Wort stehen kann. Klanglich behandelt Tajweed beide jedoch gleich: alle vier Regeln (Iẓhār, Idghām, Iqlāb, Ikhfāʾ) prüfen einfach, welcher Buchstabe unmittelbar danach folgt, unabhängig davon, ob es sich um ein geschriebenes Nūn oder um Tanwīn handelt.

Ein Sonderfall: Beim Anhalten (Waqf) am Wortende fällt Tanwīn ersatzlos weg, außer bei Fatḥa-Tanwīn: Dort wird stattdessen ein kurzer Alif-Laut gesprochen (z. B. عَلِيمًا beim Stoppen als ʿalīmā statt ʿalīman).

Häufige Fragen

Wie sieht Tanwīn geschrieben aus?

Als verdoppeltes Vokalzeichen am Wortende: Fatḥa-Tanwīn ـً, Kasra-Tanwīn ـٍ und Ḍamma-Tanwīn ـٌ. In der Aussprache klingt jedes davon wie der jeweilige Kurzvokal plus ein angehängtes n.

Warum gelten für Tanwīn dieselben Regeln wie für Nūn Sākinah?

Weil Tanwīn phonetisch einem auslautenden Nūn entspricht, obwohl es nicht als eigener Buchstabe geschrieben wird. Deshalb greifen Iẓhār, Idghām, Iqlāb und Ikhfāʾ bei Tanwīn genauso wie bei einer geschriebenen Nūn Sākinah.

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