Sukūn سُكُون
Vokallosigkeit, ein Buchstabe ohne folgenden Vokal.
يَكْتُبُ Sukūn ist das diakritische Zeichen, das anzeigt, dass ein Buchstabe keinen folgenden Vokal hat. Es wird als kleiner Kreis über dem Buchstaben geschrieben (◌ْ).
Sukūn ist die Ursache vieler Tajweed-Regeln, z. B. für die Regeln der Nūn Sākinah, Mīm Sākinah und für Madd al-Lāzim.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Sukūn ist das Gegenstück zu den drei Ḥarakāt (Fatḥa, Kasra, Ḍamma): Während diese einen kurzen Vokal markieren, markiert Sukūn dessen Abwesenheit. Genau dieser vokallose Zustand ist die Voraussetzung für Qalqalah (bei den fünf Buchstaben ق ط ب ج د) und für die Nūn- bzw. Mīm-Sākinah-Regeln: Ohne Sukūn gäbe es keine dieser Regeln.
Ein Sukūn kann ursprünglich sein (fest im Wort verankert, wie in يَكْتُبُ) oder entstehen, etwa wenn man am Wortende anhält (Waqf) und der letzte Vokal dadurch wegfällt. Dieser zweite Fall liegt der Regel Madd ʿĀriḍ li-s-Sukūn zugrunde.
Häufige Fragen
Wie wird Sukūn geschrieben?
Als kleiner Kreis über dem Buchstaben (◌ْ). Er zeigt an, dass dieser Buchstabe direkt und ohne folgenden Kurzvokal ausgesprochen wird, wie das ك in يَكْتُبُ.
Welche Tajweed-Regeln hängen vom Sukūn ab?
Sehr viele: die vier Regeln der Nūn Sākinah (Iẓhār, Idghām, Iqlāb, Ikhfāʾ), die drei Regeln der Mīm Sākinah, sowie Qalqalah und Madd Lāzim. Sukūn ist damit einer der wichtigsten Auslöser im gesamten Tajweed-System.