Iqlab إِقْلَاب
Umwandlung der Nūn Sākinah / Tanwīn in einen Mīm-Laut vor ب.
Hörbeispiel
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مِنۢ بَعْدِmim baʿdi
Das Nūn wird vor dem Bāʾ zu einem nasalierten Mīm.
مِن بَعْدِ Iqlāb (wörtlich „Umkehrung”) ist die Regel, nach der eine Nūn Sākinah oder ein Tanwīn vor dem Buchstaben ب (Bāʾ) zu einem Mīm-Laut mit Nasalisierung (Ghunnah) gewandelt wird, typischerweise 2 Ḥarakāt lang.
Im Mushaf ist die Regel oft durch ein kleines hochgestelltes م über dem Nūn markiert.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Iqlāb ist die einzige der vier Nūn-Sākinah-Regeln, bei der sich der Buchstabe klanglich vollständig verändert: Bei Ikhfāʾ bleibt der Nūn-Charakter erhalten, bei Idghām verschmilzt er mit einem anderen Buchstaben, aber nur bei Iqlāb entsteht ein komplett neuer Laut (Mīm). Der Grund liegt in der Artikulation: ب ist ein Lippenlaut, Nūn dagegen ein Zungenlaut. Der direkte Übergang wäre unnatürlich hart, das eingeschobene Mīm (ebenfalls ein Lippenlaut) glättet ihn.
Die Markierung im Mushaf macht Iqlāb zu einer der wenigen Tajweed-Regeln, die man bereits im Schriftbild erkennt, bevor man den Vers überhaupt gehört hat.
Häufige Fragen
Vor welchem Buchstaben gilt Iqlāb?
Ausschließlich vor ب (Bāʾ). Kein anderer Buchstabe löst diese Regel aus, Iqlāb ist damit die Regel mit dem kleinsten Anwendungsbereich unter den vier Nūn-Sākinah-Regeln.
Wird das Nūn bei Iqlāb wirklich zu einem Mīm?
Klanglich ja: Der Nūn-Laut wird durch ein verstecktes Mīm mit Ghunnah ersetzt, weil der Übergang von Nūn direkt zu Bāʾ artikulatorisch schwerfällt. Geschrieben bleibt weiterhin ein Nūn, im Mushaf oft mit einem kleinen hochgestellten م markiert.