Sakinah Mīm Regeln
Erfahre die Regeln für die Sakinah Mim und wie du diese korrekt anwendest. Lerne die Aussprache und Bedeutung dieses wichtigen Aspekts im Tajweed.
Die Sakinah Mīm (مْ) folgt drei Regeln: Ikhfāʾ Shafawī (verschleiert, vor ب, mit Nasal), Idghām Shafawī (verschmilzt, vor einer weiteren Mīm, mit Nasal) und Iẓhār Shafawī (klar ausgesprochen vor allen übrigen 26 Buchstaben, ohne Nasal). Anders als bei Nun Sakinah gibt es hier nur drei statt vier Regeln, weil Iqlāb entfällt.
In diesem Beitrag werden die Regeln für die Sakinah Mīm (م) im Tajweed erklärt. Wir werden die verschiedenen Arten des Aussprechens dieser Buchstabenkombination und die spezifischen Regeln, die sich auf die sakinah Mīm beziehen, detailliert durchgehen. Diese Informationen sind nicht nur für Koran lernenden oder Studierende des Arabischen wichtig, sondern auch für alle, die sich mit den Feinheiten der arabischen Sprache auseinandersetzen möchten.
Was ist die Sakinah Mīm?
Die Sakinah Mīm ist die Mīm, die keine der drei arabischen Vokale (Fatha, Kasra, Damma) trägt. Das bedeutet, dass sie in ihrer stummen Form erscheint, oft mit einem Sukun (ْم) gekennzeichnet. Wenn wir über die Regeln für die Sakin Mīm sprechen, beziehen wir uns auf die Mīm, die sich in dieser speziellen Form befindet. Wenn jedoch eine Mīm mit einem Vokal (z.B. Fatha, Kasra oder Damma) erscheint, fällt sie nicht unter die Regeln der Sakinah Mīm.

Die drei Regeln der Sakinah Mīm
Es gibt drei Hauptregeln, die sich auf die Sakinah Mīm beziehen: das labiale Ikhfāʾ (الإخفاء الشفوي), das labiale Idghām (الإدغام الشفوي) und das labiale Iẓhār (الإظهار الشفوي). Jedes dieser Regeln hat spezifische Anwendungsfälle und Klangregeln.
1. Ikhfaa (الإخفاء)
Linguistisch: Das Bedecken, das Verstecken.
Fachspezifisch: Die Aussprache eines Lautes mit einer Eigenschaft zwischen Izhar und Idgam, frei von Schaddah und unter Beibehaltung der Gunnah beim ersten Laut.
Diese Regel tritt auf, wenn auf die Sakinah Mīm ein (ب) folgt. In diesem Fall wird die Mīm nicht vollständig ausgesprochen, sondern „versteckt“, und es wird eine Nasalierung (غنة) hinzugefügt. Zum Beispiel in der Phrase “يعظكم به” wird die Sakinah Mīm sanft ausgesprochen, ohne die Lippen fest zusammenzudrücken. Hierbei sollte die Nasalierung in der Mīm selbst und nicht im folgenden (ب) sein. Es ist wichtig, dass die Lippen nur leicht berührt werden, um den richtigen Klang zu erzeugen.
2. Idghaam (الإدغام)
Linguistisch: Das Einführen.
Fachspezifisch: Die Verbindung eines Sakin Lauts mit einem mutaharrik Laut, sodass sie zu einem muschaddad Laut aus der Gattung des zweiten Lauts werden. Dabei erhebt sich der Artikulationspunkt nur einmal.
Diese Regel betrifft den Fall, wenn auf die Sakinah Mīm eine weitere Mīm folgt. Das wird als Idghaam bezeichnet, weil die beiden Mīm-Buchstaben miteinander verschmolzen werden, um einen langen, betonten Klang zu erzeugen, der wie ein einzelner, betonter Mīm-Buchstabe klingt. Ein Beispiel hierfür wäre “أصابهم مصيبة”. In diesem Fall wird die erste Mīm mit der zweiten Mīm verschmolzen, sodass sie als ein einzelner, betonter Klang erscheint.
3. Izhaar (الإظهار)
Linguistisch: Deutlichkeit, Klarheit.
Fachspezifisch: Die Aussprache eines jeden Lauts aus seinem Artikulationspunkt ohne Zusatz in der Ghunnah.
Die dritte Regel kommt zur Anwendung, wenn auf die Sakinah Mīm ein anderer Laut folgt, der nicht (ب) oder (م) ist. In diesem Fall wird die Mīm klar und deutlich ausgesprochen, ohne Nasalierung. Ein Beispiel könnte “لعلكم تتقون” sein.
Hier folgt auf die Sakinah Mīm ein (ت), was bedeutet, dass die Mīm deutlich ausgesprochen wird, ohne dass eine Nasalierung erforderlich ist. Es ist wichtig, dass die Mīm in diesem Fall nicht verändert wird und klar artikuliert wird.
Praktische Beispiele
Um diese Regeln besser zu verstehen, betrachten wir einige praktische Beispiele:
- Beispiel: “ترميهم بحجارة” - Hier folgt auf die Sakinah Mīm ein (ب), also gilt die Regel des Ikhfāʾ.
- Beispiel: “منكم من يريد” - Hier folgt auf die Sakinah Mīm eine weitere Mīm, also gilt die Regel des Idghām.
- Beispiel: “تملك” - In diesem Fall folgt auf die Sakinah Mīm ein (ل), also gilt die Regel des Iẓhār.
- Beispiel: “فبشرهم بعذاب” - Hier folgt auf die Sakinah Mīm ein (ب) aus dem nächsten Wort, also gilt die Regel des Ikhfāʾ.
- Beispiel: “عليهم مدرارا” - Hier folgt auf die Sakinah Mīm eine weitere Mīm, also gilt die Regel des Idghām.
Häufige Fragen
Wie viele Regeln hat die Sakinah Mīm?
Drei: Ikhfāʾ Shafawī, Idghām Shafawī und Iẓhār Shafawī. Das sind weniger als bei Nun Sakinah und Tanween, weil es für die Mīm keine Entsprechung zu Iqlāb gibt.
Wann gilt Ikhfāʾ Shafawī bei der Sakinah Mīm?
Wenn auf die Sakinah Mīm der Buchstabe ب folgt. Die Lippen berühren sich dabei nur leicht, statt fest zusammenzudrücken, und die Nasalierung liegt in der Mīm selbst, nicht im folgenden ب.
Wann verschmelzen zwei Mīm-Buchstaben (Idghām Shafawī)?
Wenn auf eine Sakinah Mīm eine weitere, vokalisierte Mīm folgt, wie in أصابهم مصيبة. Beide Mīm-Buchstaben werden zu einem einzigen, betonten Mīm-Laut mit Nasal verschmolzen.
Was ist der Unterschied zwischen Ikhfāʾ und Idghām bei der Sakinah Mīm?
Bei Ikhfāʾ folgt ein anderer Buchstabe (ب), die Mīm bleibt als eigener, verschleierter Laut erhalten. Bei Idghām folgt eine weitere Mīm, und beide verschmelzen vollständig zu einem einzigen, verlängerten Laut.
Quellen
- Ibn al-Jazarī: al-Muqaddima al-Jazariyya
- Ayman Suwaid: at-Tajwīd al-Musawwar
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