Izhar إِظْهَار
Klare Aussprache eines Buchstabens, ohne Verschmelzung oder Nasalisierung.
Hörbeispiel
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مَنْ آمَنَman āmana
Sūrah 2:62
Das Nūn wird klar und kurz ausgesprochen, ohne Nasal.
مِنْ خَيْرٍ Iẓhār (wörtlich „Offenlegung”) bedeutet, einen Buchstaben so deutlich auszusprechen, wie er ist, ohne jede Verschmelzung (Idghām), Nasalisierung (Ghunnah) oder Verbergung (Ikhfāʾ).
Bei der Nūn Sākinah / Tanwīn tritt Iẓhār ein, wenn einer der sechs Kehlbuchstaben ء ه ع ح غ خ folgt. Der Nūn wird dann klar und kurz hörbar.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Iẓhār ist gewissermaßen die Abwesenheit einer besonderen Regel: Während Ikhfāʾ, Idghām und Iqlāb den Nūn-Laut verändern, bleibt er bei Iẓhār unverändert — kurz, klar, ohne Nasal. Genau das macht ihn für Anfänger paradoxerweise oft schwieriger: Es ist verlockend, aus Gewohnheit doch eine leichte Nasalierung einzustreuen, obwohl keine gefordert ist.
Eine Sonderform ist Iẓhār Muṭlaq (absolutes Iẓhār): Sie greift in den vier Ausnahmewörtern دُنْيَا, بُنْيَان, قِنْوَان und صِنْوَان, wo Nūn Sākinah innerhalb desselben Wortes vor ي oder و steht und deshalb — trotz dieser sonst Idghām-auslösenden Buchstaben — klar ausgesprochen wird.
Häufige Fragen
Vor welchen Buchstaben gilt Iẓhār bei Nūn Sākinah?
Vor den sechs Kehllauten (Ḥurūf al-Ḥalq): ء ه ع ح غ خ. Sie werden alle tief im Rachen gebildet, weit entfernt vom Artikulationsort des Nūn — deshalb bleibt eine Verschmelzung aus, und der Nūn-Laut bleibt klar hörbar.
Gibt es Iẓhār auch bei der Sakinah Mīm?
Ja, dort heißt sie Iẓhār Shafawī und gilt vor allen 26 Buchstaben außer ب und م — also praktisch die Standardaussprache der Sakinah Mīm.