Koranweg
Grundbegriff

Tajweed تَجْوِيد

Wissenschaft der korrekten Koranrezitation, jedem Buchstaben seine Rechte geben.

Tajweed bedeutet wörtlich „Verbesserung” oder „etwas vortrefflich machen”. Als Wissenschaft umfasst Tajweed die Regeln, mit denen jeder arabische Buchstabe seinen korrekten Aussprachepunkt (Makhraj), seine Eigenschaften (Ṣifāt) und seinen rhythmischen Wert erhält.

Das Ziel ist, den Koran so zu lesen, wie er offenbart wurde, ohne den Sinn zu verfälschen und in der Klangform, die durch die Überlieferungskette (Sanad) bis zum Propheten ﷺ zurückreicht.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Tajweed ist der Dachbegriff, unter dem Makhraj, Ṣifah, Ghunnah, Madd, Qalqalah und die Nūn- bzw. Mīm-Sākinah-Regeln als Einzelbausteine zusammenlaufen. Wer nach „Tajweed lernen” sucht, sucht letztlich nach all diesen Teilbereichen zusammen.

Das Wissen um die Tajweed-Regeln gilt als kollektive Pflicht (Farḍ al-Kifāya): Es reicht, wenn einige in einer Gemeinschaft sie vollständig beherrschen. Die fehlerfreie Anwendung beim eigenen Rezitieren dagegen ist individuelle Pflicht (Farḍ al-ʿAyn) für jeden erwachsenen Muslim.

Häufige Fragen

Ist Tajweed dasselbe wie Qirāʾah?

Nein. Tajweed sind die Ausspracheregeln, die für alle Lesarten gleichermaßen gelten. Qirāʾah bezeichnet die konkrete überlieferte Lesart selbst (z. B. Ḥafṣ ʿan ʿĀṣim), innerhalb derer Tajweed angewendet wird.

Woraus besteht Tajweed konkret?

Vor allem aus drei Bausteinen: Makhārij (wo ein Buchstabe entsteht), Ṣifāt (wie er klingt) und den daraus abgeleiteten Regeln wie Nūn-Sākinah-Regeln, Mīm-Sākinah-Regeln, Madd und Qalqalah.

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