Lām Sākinah: Die fünf Arten des Lām mit Sukūn und ihre Regeln
Lām at-Taʿrīf, Lām al-Fiʿl, Lām al-Amr, Lām al-Ḥarf und Lām al-Ism: Wie du auf einen Blick erkennst, um welche Art von Lām Sākinah es sich handelt und ob du sie klar sprichst oder verschmilzt.
Eine Lām Sākinah ist ein ل mit Sukūn oder ohne jeden Vokal. Sie wird immer hell gesprochen. Es gibt fünf Arten: Lām at-Taʿrīf (Artikel), al-Fiʿl, al-Amr, al-Ḥarf und al-Ism. In der Regel gilt Iẓhār. Idghām gilt beim Artikel vor den 14 Sonnenbuchstaben sowie bei Lām al-Fiʿl und al-Ḥarf vor Lām oder Rā.
Du liest „وَقُل رَّبِّ زِدْنِي عِلْمًا” und sprichst „wa-qur-rabbi”: Das Lām von „qul” verschwindet. Beim nächsten Vers liest du „فَلْيَنظُرِ” und sprichst das Lām ganz klar. Beides ist richtig. Der Unterschied liegt nicht im Buchstaben, sondern darin, welche Art von Lām hier steht.
Ein Lām mit Sukūn kann fünf verschiedene Aufgaben haben. Sobald du weißt, welche, kennst du auch die Regel: Meist wird es klar gesprochen, manchmal verschmilzt es mit dem nächsten Buchstaben. Dieser Artikel zeigt dir, wie du die fünf Arten auseinanderhältst, mit Beispielen aus dem Koran.
Er baut auf den Grundlagen von Sukūn und Schadda auf. Die Frage, wann ein Lām hell oder dunkel klingt, findest du auch im Artikel über Alif, Lām und Rā.
Was ist eine Lām Sākinah?
Eine Lām Sākinah (اللام الساكنة) ist ein Lām ohne eigenen Vokal. Im Mushaf erkennst du sie an einem von zwei Zeichen:
- Das Lām trägt ein Sukūn (ْ). Es wird deutlich ausgesprochen.
- Das Lām trägt gar kein Zeichen (kein Fatḥa, Kasra, Ḍamma, kein Sukūn), und der folgende Buchstabe trägt eine Schadda. Dann verschmilzt das Lām mit diesem Buchstaben.
Jedes Lām mit Fatḥa, Kasra oder Ḍamma ist dagegen keine Lām Sākinah. Deshalb lautet der erste Schritt immer: Hat dieses Lām einen Vokal? Wenn ja, ist es für unser Thema nicht relevant. Wenn nein, ist es eine der fünf Arten unten.
Hell oder dunkel: das Lām ist hell
Bevor es um die Arten geht, die Frage nach der Klangfarbe. Die Regel ist einfach: Ein Lām ist immer hell (Tarqīq). Die einzige Ausnahme ist das Lām im Wort Allāh, und auch dort hängt es vom Laut davor ab:
| Vor dem Wort Allāh steht | Das Lām wird | Beispiel |
|---|---|---|
| Kasra | hell (Tarqīq) | بِاللَّهِ (2:8): bi-llāhi |
| Ḍamma | dunkel (Tafkhīm) | وَجْهُ اللَّهِ (2:115): wajhu llāhi |
| Fatḥa | dunkel (Tafkhīm) | هُوَ اللَّهُ (112:1): huwa llāhu |
Sprich die drei Beispiele laut nach und achte auf den Unterschied: „bi-llāh” mit hellem Lām, „wajhu llāh” und „huwa llāh” mit vollem, dunklem Lām.
Zur Einordnung: Das Lām in Allāh trägt eine Schadda mit Fatḥa und ist deshalb streng genommen keine Lām Sākinah. Es wird hier mitbehandelt, weil es der einzige Fall ist, in dem ein Lām dunkel klingt. Alle fünf Arten unten werden ausnahmslos hell gesprochen. Die Regel gilt für Ḥafṣ ʿan ʿĀṣim. In anderen Lesarten, etwa bei Warsh, gibt es weitere Fälle mit dunklem Lām.
Klar oder verschmolzen: Iẓhār und Idghām
Für die Frage, ob du das Lām sprichst oder nicht, genügt ein Blick auf das Zeichen:
- Lām mit Sukūn: Es ist ein Lām muẓhara, du sprichst es klar aus (Iẓhār).
- Lām ganz ohne Zeichen: Es ist ein Lām mudgham, du sprichst es nicht, sondern verschmilzt es mit dem folgenden Buchstaben (Idghām). Der Buchstabe danach trägt dann eine Schadda.
Ob ein Lām klar bleibt oder verschmilzt, hängt von seiner Art ab. Davon gibt es fünf.
1. Lām at-Taʿrīf (لام التعريف): das Lām des Artikels
Das Lām at-Taʿrīf ist das Lām im bestimmten Artikel ال. Es ist
- sākin, also ohne Vokal,
- zāʾid (zusätzlich): Es gehört nicht zum Wortstamm, sondern wird dem Wort vorangestellt, um es zu bestimmen,
- immer mit Hamzat al-Waṣl davor und
- gehört nur zu Nomen. Verben bekommen keinen Artikel.
Ob es ein Artikel-Lām ist, kannst du prüfen: Streichst du das ال, bleibt ein sinnvolles Wort.
- الْفُرْقَانَ (25:1) wird ohne Artikel zu فُرْقَان, „Unterscheidung”.
- الْمَلَائِكَةِ (2:31) wird zu مَلَائِكَة, „Engel”.
- الْقَلَمِ (68:1) wird zu قَلَم, „Schreibrohr, Stift”.
Nimmst du den Artikel weg, bleibt die Bedeutung des Wortes erhalten, es ist nur nicht mehr bestimmt. Genau das macht das Lām zu einem Zusatz.
Das Lām at-Taʿrīf hat zwei Formen, abhängig vom Buchstaben, der darauf folgt.
Mond-Lām (اللام القمرية): Iẓhār
Steht nach dem Artikel einer von 14 Buchstaben, wird das Lām klar gesprochen. Diese 14 Buchstaben sind im klassischen Merkspruch zusammengefasst:
ابْغِ حَجَّكَ وَخَفْ عَقِيمَهْ
Das sind: ا ب غ ح ج ك و خ ف ع ق ي م ه.
Beispiele:
| Beispiel | Auslösender Buchstabe | Sprechweise |
|---|---|---|
| الْفُرْقَانَ (25:1) | ف | al-furqān |
| الْمَلَائِكَةِ (2:31) | م | al-malāʾika |
| الْقَلَمِ (68:1) | ق | al-qalam |
Das Lām trägt hier ein Sukūn, und du sprichst es deutlich aus.
Sonnen-Lām (اللام الشمسية): Idghām
Folgt einer der übrigen 14 Buchstaben, wird das Lām nicht gesprochen. Es verschmilzt mit dem nächsten Buchstaben, der dadurch verdoppelt wird. Diese 14 Buchstaben sind: ت ث د ذ ر ز س ش ص ض ط ظ ل ن.
Den Merkspruch dazu kennen viele Lernende:
طِبْ ثُمَّ صِلْ رَحِمًا تَفُزْ ضِفْ ذَا نِعَمْ دَعْ سُوءَ ظَنٍّ زُرْ شَرِيفًا لِلْكَرَمْ
Beispiele:
| Beispiel | Auslösender Buchstabe | Sprechweise |
|---|---|---|
| النَّاسِ (114:1) | ن | an-nās, nicht „al-nās” |
| الدُّنْيَا (2:86) | د | ad-dunyā, nicht „al-dunyā” |
So erkennst du ein Sonnen-Lām im Mushaf: Das Lām trägt weder Vokal noch Sukūn, und der Buchstabe danach trägt eine Schadda. Ist beides erfüllt, überspringst du das Lām.
Wenn du ein Wort mit dem Artikel beginnst, sprichst du die Hamzat al-Waṣl immer mit Fatḥa: al- bzw. an-, ad-.
2. Lām al-Fiʿl (لام الفعل): das Lām im Verb
Das Lām al-Fiʿl ist ein Lām mit Sukūn, das zu den Wurzelbuchstaben eines Verbs gehört. Anders als beim Artikel ist es also kein Zusatz, sondern ein fester Teil des Verbs. Es steht in der Mitte oder am Ende des Verbs.
Es gibt es in allen drei Verbformen:
| Verbform | Beispiel | Ruhe oder Verschmelzung |
|---|---|---|
| Präsens (Muḍāriʿ) | يَلْتَقِطْهُ (12:10) | Iẓhār |
| Imperativ (Amr) | اجْعَلْنِي (12:55) | Iẓhār |
| Perfekt (Māḍī) | فَأَنزَلْنَا (7:57) | Iẓhār |
Die Regel lautet: Das Lām al-Fiʿl wird immer klar gesprochen (Iẓhār), mit einer Ausnahme: Folgt direkt danach ein Lām oder ein Rā, verschmilzt es (Idghām).
Beispiele für Iẓhār:
- يَلْتَقِطْهُ (12:10): Das Lām trägt Sukūn und steht in einem Präsensverb. Danach folgt ق, also kein Lām und kein Rā. Es wird klar gesprochen.
- اجْعَلْنِي (12:55): ein Imperativ. Das Lām trägt Sukūn, danach folgt ن. Klar.
- فَأَنزَلْنَا (7:57): ein Perfektverb. Das Lām trägt Sukūn, danach folgt ن. Klar.
Beispiele für Idghām:
- وَيَجْعَل لَّكُمْ (71:12): Das Lām am Ende des Präsensverbs trägt kein Zeichen, danach steht ein Lām mit Schadda. Du sprichst: wa-yajʿal-lakum, mit einem einzigen, verdoppelten Lām.
- قُل لَّكُمْ (34:30): ein Imperativ. Auch hier verschmilzt das Lām mit dem folgenden Lām: qul-lakum.
- وَقُل رَّبِّ (20:114): ein Imperativ, danach folgt ein Rā. Das Lām verschmilzt mit dem Rā: wa-qurrabbi.
3. Lām al-Amr (لام الأمر): das Befehls-Lām
Das Lām al-Amr hat mit einem Befehl zu tun, ist aber nicht dasselbe wie das Lām eines Imperativs. Der Unterschied ist wichtig:
| Lām al-Fiʿl im Imperativ | Lām al-Amr | |
|---|---|---|
| Rolle | Wurzelbuchstabe eines Imperativs | Zusätzliches Lām |
| Wort ohne das Lām | wäre kaputt | bleibt ein gültiges Verb |
| Steht an | Mitte oder Ende des Verbs | Anfang eines Präsensverbs |
Das Lām al-Amr ist ein Lām mit Sukūn, das einem Präsensverb vorangestellt wird, um daraus einen Befehl oder eine Aufforderung zu machen („er soll …”). Davor steht immer ein وَ, ein فَ oder ثُمَّ.
Merkregel: Steht vor einem Präsensverb ein Lām mit Sukūn, und davor ein Wāw, ein Fāʾ oder thumma, ist es Lām al-Amr.
Beispiele:
| Mit Wāw | Mit Fāʾ | Mit thumma |
|---|---|---|
| وَلْيَخْشَ (4:9) | فَلْيَنظُرْ (86:5) | ثُمَّ لْيَقْطَعْ (22:15) |
| وَلْيَتَّقِ (2:282) | فَلْيَمْدُدْ (22:15) | ثُمَّ لْيَقْضُوا (22:29) |
| وَلْيَكْتُبْ (2:282) | فَلْيُقَاتِلْ (4:74) | |
| فَلْيَصُمْهُ (2:185) |
Bei وَلْيَتَّقِ (2:282) kannst du die Probe machen: Ohne das Lām bleibt يَتَّقِي, ein vollständiges Präsensverb. Das Lām war also nur Zusatz, und zwar das Lām al-Amr.
Der Befund ist eindeutig: Das Lām al-Amr wird immer klar gesprochen (Iẓhār).
4. Lām al-Ḥarf (لام الحرف): das Lām in Partikeln
Das Lām al-Ḥarf ist das Lām mit Sukūn in den beiden Partikeln هَلْ („ob, etwa”) und بَلْ („vielmehr, sondern”). Es steht immer am Ende des Wortes.
Wie beim Lām al-Fiʿl gilt: klar sprechen, außer vor Lām oder Rā.
Iẓhār (vor allen anderen Buchstaben):
| Beispiel | Nach dem Lām |
|---|---|
| بَلْ نَحْنُ (15:15) | ن |
| هَلْ يَنظُرُونَ (2:210) | ي |
| بَلْ تَأْتِيهِم (21:40) | ت |
| هَلْ عَسَيْتُمْ (2:246) | ع |
Idghām (vor Lām oder Rā):
| Beispiel | Nach dem Lām | Sprechweise |
|---|---|---|
| بَل رَّفَعَهُ (4:158) | ر | bar-rafaʿahu |
| بَل رَّبُّكُمْ (21:56) | ر | bar-rabbukum |
| هَل لَّنَا (7:53) | ل | hal-lanā |
| بَل لَّا يَخَافُونَ (74:53) | ل | bal-lā yakhāfūna |
Sonderfall: In بَلْ ۜ رَانَ (83:14) verschmilzt das Lām in Ḥafṣ ʿan ʿĀṣim nicht. Hier steht nach der Shāṭibiyya eine Sakta, ein kurzes Innehalten ohne Atemzug zwischen بَلْ und رَانَ. Das ist eine der vier Sakta-Stellen im Koran bei Ḥafṣ.
5. Lām al-Ism (لام الاسم): das Lām im Nomen
Das Lām al-Ism ist ein Lām mit Sukūn, das als Wurzelbuchstabe in der Mitte eines Nomens steht. Es unterscheidet sich vom Lām al-Fiʿl nur dadurch, dass es in einem Nomen steht, nicht in einem Verb.
Seine Regel hat keine Ausnahme: Es wird immer klar gesprochen (Iẓhār).
| Beispiel | Bedeutung |
|---|---|
| الْمُلْكِ (3:26) | die Herrschaft |
| خَلْفَهُمْ (2:255) | hinter ihnen |
| سُلْطَانًا (3:151) | Beweis, Vollmacht |
| سَلْسَبِيلًا (76:18) | Salsabīl (eine Quelle im Paradies) |
Die fünf Arten auf einen Blick
| Art | Was ist das Lām? | Wo steht es? | Regel |
|---|---|---|---|
| Lām at-Taʿrīf | zusätzlich, mit Hamzat al-Waṣl | vor Nomen | Iẓhār vor den 14 Mondbuchstaben, Idghām vor den 14 Sonnenbuchstaben |
| Lām al-Fiʿl | Wurzelbuchstabe | Mitte oder Ende eines Verbs (Perfekt, Präsens, Imperativ) | Iẓhār, Idghām nur vor Lām oder Rā |
| Lām al-Amr | zusätzlich | Anfang eines Präsensverbs, davor وَ, فَ oder ثُمَّ | immer Iẓhār |
| Lām al-Ḥarf | Teil der Partikel | am Ende von هَلْ und بَلْ | Iẓhār, Idghām nur vor Lām oder Rā |
| Lām al-Ism | Wurzelbuchstabe | Mitte eines Nomens | immer Iẓhār |
So erkennst du die Art in vier Schritten
Wenn du im Mushaf auf ein Lām ohne Vokal triffst, geh der Reihe nach vor:
- Steht davor eine Hamzat al-Waṣl, und folgt ein Nomen? Dann ist es Lām at-Taʿrīf. Prüfe, ob der Buchstabe danach zu den 14 Mondbuchstaben gehört (klar) oder nicht (verschmolzen).
- Ist das Wort هَلْ oder بَلْ? Dann ist es Lām al-Ḥarf. Klar, außer vor Lām und Rā.
- Steht es am Anfang eines Präsensverbs, und davor steht وَ, فَ oder ثُمَّ? Dann ist es Lām al-Amr. Immer klar.
- Ist es sonst ein Wurzelbuchstabe in der Mitte oder am Ende eines Wortes? In einem Verb ist es Lām al-Fiʿl (klar, außer vor Lām und Rā), in einem Nomen Lām al-Ism (immer klar).
Und danach immer noch ein Blick aufs Zeichen: Trägt das Lām ein Sukūn, sprichst du es. Trägt es kein Zeichen und der nächste Buchstabe eine Schadda, überspringst du es.
Tipps zum Üben
- Fange mit dem Artikel an. Er ist die häufigste Lām Sākinah im Koran. Lies eine Seite und unterstreiche jedes ال: Welche sind Mond-Lām, welche Sonnen-Lām?
- Lerne beide Merksprüche auswendig. „ابْغِ حَجَّكَ وَخَفْ عَقِيمَهْ” für die Mondbuchstaben und den Vers „طِبْ ثُمَّ صِلْ رَحِمًا …” für die Sonnenbuchstaben. Du brauchst sie nur noch für Zweifelsfälle, aber dann helfen sie dir sofort.
- Achte auf die vier Idghām-Fälle. Beim Lām al-Fiʿl und al-Ḥarf verschmilzt das Lām nur vor Lām und Rā. Wenn du das eine Mal bewusst nachgeschlagen hast, merkst du es dir.
- Lass die Aussprache prüfen. Ob du ein verschmolzenes Lām sauber ohne Nachklang sprichst, hörst du selbst oft schlecht. Ein Lehrer hört es sofort.
Häufige Fragen
Was ist eine Lām Sākinah?
Ein Lām (ل) ohne eigenen Vokal. Im Mushaf trägt es entweder ein Sukūn (ْ) oder es steht ganz ohne Zeichen, wenn es mit dem folgenden Buchstaben verschmilzt. Ein Lām mit Fatḥa, Kasra oder Ḍamma ist keine Lām Sākinah.
Welche fünf Arten der Lām Sākinah gibt es?
Lām at-Taʿrīf (das Lām des Artikels), Lām al-Fiʿl (Wurzelbuchstabe eines Verbs), Lām al-Amr (zusätzliches Lām vor einem Präsensverb), Lām al-Ḥarf (in den Partikeln هَلْ und بَلْ) und Lām al-Ism (Wurzelbuchstabe eines Nomens).
Wann ist das Lām des Artikels ein Mond-Lām und wann ein Sonnen-Lām?
Folgt eines der 14 Buchstaben ا ب غ ح ج ك و خ ف ع ق ي م ه (Merkspruch: ابغ حجك وخف عقيمه), ist es ein Mond-Lām und wird klar gesprochen (Iẓhār). Vor den übrigen 14 Buchstaben ist es ein Sonnen-Lām: Es wird nicht gesprochen, sondern verschmilzt mit dem folgenden Buchstaben (Idghām), der dann eine Schadda trägt.
Woran erkenne ich Lām al-Amr?
Es ist ein Lām mit Sukūn am Anfang eines Präsensverbs, davor steht ein وَ, ein فَ oder ثُمَّ, zum Beispiel وَلْيَخْشَ, فَلْيَنظُرْ oder ثُمَّ لْيَقْطَعْ. Das Lām ist ein Zusatz: Ohne es bleibt das Verb bestehen. Es wird immer klar gesprochen.
Wann verschmilzt Lām al-Fiʿl oder Lām al-Ḥarf?
Nur wenn direkt danach ein Lām oder ein Rā folgt, etwa in وَقُل رَّبِّ, قُل لَّكُمْ oder بَل رَّفَعَهُ. In allen anderen Fällen gilt Iẓhār. Lām al-Ism und Lām al-Amr werden immer klar gesprochen.
Ist die Lām Sākinah hell oder dunkel?
Hell (Tarqīq). Das Lām wird nur im Wort Allāh dunkel (Tafkhīm), wenn davor eine Fatḥa oder Ḍamma steht. Dieses Lām trägt allerdings eine Schadda mit Fatḥa und ist streng genommen keine Lām Sākinah.
Quellen
- Ayman Rushdī Suwaid: at-Tajwīd al-Muṣawwar
- al-Qāsim b. Firruh ash-Shāṭibī: Ḥirz al-Amānī wa-Wajh at-Tahānī (ash-Shāṭibiyya)
Wichtige Begriffe in diesem Artikel
Diese Glossar-Einträge erklären die zentralen Fachbegriffe, die in diesem Artikel vorkommen.
-
Idgham
إِدْغَامVerschmelzung eines Buchstabens mit dem folgenden, z. B. Nūn Sākinah mit ي ر م ل و ن.
-
Izhar
إِظْهَارKlare Aussprache eines Buchstabens, ohne Verschmelzung oder Nasalisierung.
-
Mushaf
مُصْحَفDas physische Buch, in dem der gesamte Korantext zusammengestellt ist.
-
Sukūn
سُكُونVokallosigkeit, ein Buchstabe ohne folgenden Vokal.
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